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Aus dem Leben eines empfindlichen Naturfotografen

Aus dem Leben eines empfindlichen Naturfotografen

Im Jahr 2002 kam ich zur Digitalfotografie, die mich seitdem in ihren Bann gezogen hat. Durch viele virtuelle und auch reale Freunde in der Fotocommunity entwickelte ich mich als Autodidakt recht schnell in der „Szene“. Viel Lob, sowie Lobhudelei und gute Kritik, wie vielleicht auch Neid verfolgen mich seitdem.
…halt aus dem Leben eines empfindlichen Naturfotografen…
Um noch mehr in der Realität mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen und auch den Wettstreit bei Wettbewerben zu suchen, schloss ich mich weiteren Fotoclubs an. Der Erfolg schien mir und meiner Art der Fotografie recht zu geben. Tolle Preise in Nationalen- wie Internationalen Wettbewerben und schon 2007, beim ersten Versuch, die Aufnahme als Vollmitglied in die GDT.

Doch dann sitze ich eines Abends im Kreise meiner Regionalen-Fotofreunde bei einem Clubtreffen.
Vorsitzender dieses Clubs ist zu dieser Zeit ein ehemaliger Präsident der GDT. Es kommt zu einem von ihm gewünschten Tagespunkt, der Besprechung von Betrug in der digitalen Naturfotografie.

Als Erstes wurde dieses Bild,

Mauereidechse
Mauereidechse

welches den 2. Preis im internen Wettbewerb erreicht hat, gezeigt.
„Es ist eine Frechheit solch ein manipuliertes Bild auf einem Wettbewerb einzureichen, jeder würde ja sehen, dass solch ein Makro technisch gar nicht machbar ist! Hier ist einfach der Vordergrund sowie Hintergrund weichgezeichnet worden. Solch eine kleine Schärfentiefe ist bei dem kleinen Objekt gar nicht möglich.“

Ich war geschockt und sehr verletzt, da an diesem Bild alles real war, ich es allerdings nicht mit einem Makro sondern an einer Crop Kamera mit 2x Konverter und 300mm Linse aufgenommen hatte. Also nicht wie damals üblich 100mm verwendete, sondern 600mm, welches äquivalent zum Kleinbild mit 960mm ist. Zudem befand sich die Kamera sogar etwas tiefer in der Position, als die Mauereidechse.

Den Kollegen ließ meine Aussage kalt und war auch nicht an dem RAW der Aufnahme interessiert. Vielleicht war es schon zu viel Innovation, bei der Ausübung eines Hobbys. 😉

EXIF

Deshalb beteilige ich mich seitdem nicht mehr an Wettbewerben und zeige meine Fotos lieber auf meiner Webseite, in Foren und an den Wänden meiner Freunde.

GDT

Zur GDT verlor ich dadurch auch den Kontakt, jedoch haben dies Sebastian Vogel und Thomas Scheffel, die Leiter der Regionalgruppe 6 der GDT in Lünen 2015, wiederaufleben lassen und mich als Erste zu einem Regionaltreffen eingeladen haben. Seitdem bin ich froh in dieser Regionalgruppe aktiv teilhaben zu dürfen und wieder mit Freunden meinem geliebten Hobby nachgehen zu dürfen. Vielleicht schaffen sie es auch noch, dass ich eines Tages wieder an Wettbewerben teilnehme.
Danke Euch! 😊

Trotzdem ist die Schuld natürlich auch bei mir zu suchen, war ich doch ähnlich skrupellos bei einem Bild in der Fotocommunity. Nachdem mich viele, über eine Private Message, auf den Verdacht von der Verwendung unlauterer Mittel (wäre eine Qual für das Tier gewesen) bei einem Foto ansprachen, war ich es der diesen Verdacht öffentlich unter das Bild schrieb. Eine unmögliche Aktion meinerseits, die den Fotografen mit Sicherheit auch extrem verletzte. Heute weiß ich, nachdem ich seine Arbeit schätzen und bewundern habe lernen dürfen, dass dies niemals der Fall gewesen sein kann.

Also seid umsichtig mit Euren Äußerungen und lernt vielleicht erst einmal Euer Gegenüber auch persönlich kennen, bevor Ihr über ihn den Stab brecht. Hilft uns allen bestimmt weiter.

Euer Tom
….aus dem Leben eines empfindlichen Naturfotografen

2 Comments on “Aus dem Leben eines empfindlichen Naturfotografen

Sebastian Vogel
3. Mai 2017 um 19:25

Hey Tom
Sehr gut geschriebener Blog der zum nachdenken anregt, toll.
Und die Rückholaktion zur GDT hat sich schon jetzt mehr als gelohnt, freut mich das wir dabei helfen konnten.

lg und bis die Tage

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makrotom
4. Mai 2017 um 7:12

Danke Dir Sebastian, immer wieder fein solch nette Leute kennen zu lernen. 🙂

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